Ihr seid zurück vom Shell Eco-Marathon Europe 2026. Wie habt ihr den Wettbewerb erlebt?
Team NAOB: Sehr intensiv. Der Einstieg beim Shell Eco-marathon Europe 2026 am Silesia Ring in Kamień Śląski (Polen) war von Anfang an durch die große Hitze geprägt. Man merkte sofort: Unter besonderen Wetter-Bedingungen zählt jedes Detail, jede Schraube, jede Entscheidung. Trotzdem war da eine enorme Energie im Team. Wir haben uns auch nicht von Kritik an unseren Schäkeln einschüchtern lassen.
Das hört sich nach technischen Problem an. Hat das Team NAOB die Technical Inspection bestanden?
Team NAOB: Ja. Und das war direkt der erste große Meilenstein des Wettbewerbs. Ohne bestandene Technical Inspection wäre alles vorbei gewesen – entsprechend groß war die Erleichterung im Team, als wir das „OK“ bekommen haben und offiziell zu den Wertungsläufen zugelassen wurden.

Aufgrund der Hitze wurde ja dann die Gesamtzahl der Wertungsläufe auf sieben reduziert. Wie liefen die Wertungsläufe insgesamt für das Team NAOB?
Team NAOB: Wir konnten mehrere Wertungsläufe fahren, was grundsätzlich sehr positiv war. Jeder Lauf hat uns neue Daten und Erkenntnisse gegeben. Es war ein Mix aus Fortschritt und kleinen Rückschlägen – genau das, was diesen Wettbewerb so realistisch und anspruchsvoll macht.
Was ist beim dritten Wertungslauf passiert?
Team NAOB: Im dritten Lauf hat unsere 40A-Hauptsicherung ausgelöst. Das war natürlich ärgerlich, weil der Lauf dadurch vorzeitig beendet wurde. Gleichzeitig war es technisch interessant, weil wir dadurch sehr klar analysieren konnten, wo die Belastungsgrenzen lagen. Die Sicherung hat ja genau das gemacht, was sie machen sollte.

Und der vierte Lauf?
Team NAOB: Der wurde von den Organisatoren unterbrochen. Offiziell wegen Zeitverzugs im Ablaufplan. Für uns war das erstmal ein Moment der Unsicherheit, weil man natürlich im Rhythmus ist und weiterfahren möchte. In Europa-Wettbewerb gab es diese Regel bisher auch noch nicht. Und wir nehmen schon seit mehr als 10 Jahren teil.
Gab es danach Gespräche mit den Verantwortlichen?
Team NAOB: Ja, wir hatten im Anschluss ein Gespräch mit dem Race Director. Das war vielleicht ein Nummer zu viel, aber auch wichtig für uns, um die Situation einzuordnen und den Ablauf besser zu verstehen. Wir haben übrigens auch Einspruch gegen den Abbruch eingelegt. Mal sehen, was sich da im Nachhinein noch tut.

Wie knapp war es am Ende?
Team NAOB: Sehr knapp. Das Ergebnis wurde nur um Haaresbreite verfehlt. Das ist natürlich erstmal enttäuschend, aber gleichzeitig zeigt es auch, wie nah wir an unserem Ziel waren. Es war kein großer Abstand – eher dieser berühmte kleine Schritt. Man muss dran denken, dass wir im Team immer nur ein Jahr Vorlauf haben. Unser Team setzt sich jedes Jahr aus neuen Leuten zusammen, d.h. die technischen Probleme müssen immer wieder neu gelöst werden. Das ist nicht wie bei anderen Teams, die drei Jahre an ihrem Fahrzeug schrauben, ehe sie starten.
Was nehmt ihr sportlich und technisch aus dem Wettbewerb mit?
Team NAOB: Sehr viel. Jeder Lauf hat uns geholfen, das Fahrzeug besser zu verstehen. Besonders die Situationen mit der Sicherung und der Unterbrechung haben gezeigt, wie wichtig Robustheit und Vorbereitung auf unvorhersehbare Szenarien sind. Da helfen natürlich auch Kontakte zu anderen Teams.

Wie war der Teamzusammenhalt?
Team NAOB: Außergewöhnlich gut. Gerade in stressigen Momenten hat man gemerkt, wie stabil das Team funktioniert. Jeder hat Verantwortung übernommen, Entscheidungen wurden gemeinsam getragen – das war wirklich ein Highlight des gesamten Events. Wir hatten ja auch ehemalige dabei, die sich erstmal einfinden mussten. Unsere Fahrerin steht kurz vor den Prüfungen, wir hatten auch kurzfristige Ausfälle im Team. Das war nicht einfach.
Gab es ein besonderes Highlight außerhalb der Läufe?
Team NAOB: Ja, definitiv: Wir sind in einem offiziellen Reel der Veranstalter zu sehen. Das war ein überraschender und sehr schöner Moment, weil es zeigt, dass unsere Arbeit auch außerhalb des direkten Wettbewerbs wahrgenommen wird.

Wo kann man eure Reise noch einmal nachvollziehen?
Team NAOB: Alle Eindrücke, Bilder und Updates sind auf FindPenguins dokumentiert. Dort kann man den gesamten Ablauf des Events sehr gut nachverfolgen.
Möchtet ihr noch jemandem danken?
Team NAOB: Auf jeden Fall. Ein großes Dankeschön geht an alle Begleiter aus dem Kollegium, die uns vor Ort unterstützt haben, sowie an unsere ehemaligen Teammitglieder, die wieder mit vollem Einsatz dabei waren. Ohne diesen Support wäre das alles nicht möglich gewesen. Wir danken auch der ADAC Nordrhein Stiftung für Ihre großzügige Unterstützung.

Und zum Abschluss – wie fühlt sich das Ganze jetzt an?
Team NAOB: Gemischt, aber vor allem motivierend. Natürlich bleibt das Gefühl, dass es ganz knapp nicht gereicht hat. Gleichzeitig überwiegt aber der Stolz auf das Team und alles, was wir gemeinsam geschafft haben. Und genau darauf bauen wir jetzt auf, wenn wir unsere Zukunft jetzt außerhalb des Teams weiterverfolgen.
Wir wünschen Euch dafür alles erdenklich Gute! Ihr werdet das schaffen.